Sonntag, 23. November 2008

23. November 2008

Langsam komm ich in die ganze Sache rein...


Die letzten zwei Tage – eigentlich die letzten drei Tage – waren ziemlich voll mit Begegnungen. Vorgestern waren Carl, Sunny und ich bei Artie zu Hause eingeladen. Wir haben seine wunderbare Familie kennen gelernt und den Abend damit verbracht, unsere Geschichten zu teilen. Es gab sehr gutes Essen (Lasagne), Wein und guten Kaffee.

Gestern (22.) sind wir abends nach Ardmore gefahren. Carl hielt einen Vortrag in einer Kunstgallerie, in der unter anderem auch Sunny ausstellt (die wollten gleich eine Lesung ansetzen, an der ich meine Gedichte vorlesen sollte...phu, mal schaun...). Ich hab viele neue Leute kennen gelernt . Hauptsächlich aber Josh. Er plant mit März nach Wien zu gehen und ist gerade von Boston zurück nach Dallas gekommen. Er hat das Seminar dort beendet und steht vor seiner Masterarbeit. Er hat eine interessante Vergangenheit. Bevor er Christ wurde war er in Gangs und hat einiges erlebt. Ungefähr das Zweite, was er zu mir sagte war, dass er mir gerne die Kneipen in Dallas zeigen möchte. Super! Daraufhin hab ich ihm angeboten, ihm die Kneipen in Wien zu zeigen, wenn er da ist. Irgendwie treff ich hier in Amerika auf die coolen Leute.

Morgen werde ich mit Carl nach Shermon fahren und wieder Leute treffen. Danach hab ich Zeit, mir die Stadt anzuschaun und zum Abendessen werden Josh und ich auf David Anderson treffen und ganz konkret an den Plänen für die nächste Zeit arbeiten. David ist derjenige, der mir hier in den USA Arbeit verschaffen wird und Fundraising für Joshs Aufenthalt in Österreich machen wird. Es scheint, als kommt einiges auf mich zu. Aber ich fühle mich so wohl mit Carl und Sunny, dass ich wirklich gespannt bin. Der Kontakt zu den Beiden wird eine lebenslange Freundschaft bleiben! Sunny meinte heute zu mir: "Es ist, als hätte ich endlich die Tochter, die ich nie hatte." Sie ist echt was ganz besonderes! Die Menschen, die ich hier treffe sind so offen und freundlich (nicht so wie in Österreich und Deutschland, wo alle ziemlich reserviert sind).

Manchmal komm ich mir vor wie der erste Mensch. Ich frage wegen jeder Kleinigkeit. Aber es ist wirklich interessant zu entdecken, dass die Baptisten in Amerika eine der traditionellsten Kirchen sind und alles was sich „non-denominational“ nennt ungefähr das ist, was Baptisten in Deutschland und Österreich sind. Jedes noch so kleinste Kaff hat eine „First Baptist Church“. Wenn ich sage, dass ich Baptistin bin ist das ungefähr so, als ob man in Deutschland „lutherisch“ oder in Österreich „evangelisch“ sagt. Es braucht viel Erklärungen.

Samstag werden wir nach Dallas fahren und shoppen gehen. Thanksgiving ist dann vorbei und das richtige Weihnachtsgeschäft fängt an. Ich hab bereits einen Katalog ergattert, den ich mitnehmen werde. Da sind die ganzen unglaublichen, amerikanischen Vorstadtgarten-Verbrechen käuflich zu erwerben…man glaubt es nicht…

Und Montag ist auch etwas geplant. Ich hab mit Carl darüber gesprochen, dass ich Markus Thane treffen möchte und er meinte, er könne Montag in einer Woche kommen, um mich und viele andere Menschen kennen zu lernen. Waco ist nur eine Stunde weit von Dallas entfernt…mal schaun, obs klappt…

Achja: ich fange langsam an, in Englisch zu denken. Mal sehen, inwieweit sich das auf meinen Schreibstil auswirkt *gg*.

Ich denke trotz allem viel an Euch alle und vermiss Euch. Und ich freu mich schon darauf, Euch wieder zu sehen.

1 Kommentar:

Anja Bär hat gesagt…

Na, na, na, ich halte mich für ÜBERHAUPT NICHT RESERVIERT! Und ich bin eine Deutsche.
So, nachdem wir das geklärt hätten, zu schöneren Themen.
Es ist toll, wie viel du erlebst und dass die Leute so gut zu dir sind. Es klingt richtig überschwenglich und du scheinst langsam anzukommen. Schön!
Wenn du auf Markus triffst, grüß ihn bitte unbedingt!
Ich bin gespannt, wann sich dein Schreibstil anglikanisiert hat.
Sei ganz herzlich gegüßt aus dem (immer noch) weißen Elstal.