Sonntag, 30. November 2008

30. November 2008

Ein Wochenende in Dallas

Ich war von Freitag bis heute (Sonntag) in Dallas.

Auf der Hinfahrt haben wir im „Texas Road House“ gegessen. Man kriegte Erdnüsse ohne Ende und hat die Schalen einfach auf den Boden geworfen. Wir hatten Spaß und ich hab Fotos gemacht, wie Sunny und Carl sich gegenseitig mit Erdnüssen beworfen haben *gg* (das darf man da!!!). Ich hatte mein erstes amerikanisches Steak – nur ein Wort: WOW. Himmel auf Erden.

Am Freitagabend waren Carl, Sunny und ich auf einer „Nach-Thanksgiving-Party“ in einer Lebensgemeinschaft von mehreren Leuten. Es war ein sehr schöner, aber auch herausfordernder Abend. Ich saß mit Carl, Sunny und John im Wohnzimmer. John ist seit 2 oder 3 Jahren orthodox und wir haben über „die Frau im Dienst“ diskutiert. Das ganze in Englisch zu managen war höchstinteressant. John war enthusiastisch, aber das Gespräch an sich war wirklich gut. Wir haben über die orthodoxe Liturgie geredet und über Bonhoeffer. Es war schön und inspirierend.

Gestern hat Sunny mich nach Downtown Dallas mitgenommen und wir sind in ein Shoppingcenter mit voll aufgerüstetem Weihnachtsgeschäft. Santa Claus saß da und wir haben kurz überlegt, uns auch auf seinen Schoß zu setzen und ein Foto machen zu lassen – wir waren zu feige…

Abends sind wir dann essen gegangen. Du meine Güte! Das Restaurant war also so was von dem, was man sich in Europa unter „Texas“ vorstellt. Die Wände waren aus Holz und voll mit Büffelhörnern, Stetsn, Cowboystiefeln und so weiter. Aus den Lautsprechern kam nur Countrymusik und Elvis Presley und zu essen gab es frittiertes Huhn und Ripperl. Jeder, der Geburtstag hatte (und das waren an diesem Abend wohl 3 Leute), musste „das Huhn“ aufsetzen (ein Hut, der wie ein weißes Hühnchen aussieht). Der ganze Laden hat dann geklatscht. Einmal hat die Kellnerin ein altes Lied gesungen, während sie mit dem Mikro durch das Restaurant spaziert ist. David hat schließlich diesen witzigen Hühnchenhut ergattert und ihn uns allen aufgesetzt und ein Foto gemacht. Er meinte, ich soll in diesen Blog schreiben, dass das Essen sehr gut war, der Abend lustig und das lag nur an dem Huhn auf meinem Kopf. Hiermit hab ichs ausgerichtet und ich versuch noch ein Foto davon zu ergattern.

Heute waren wir in der Crosspoint Church. Die Predigt war genau, was ich brauchte (wie die letzten beiden Wochen auch). Es ging um „Soul Journey“. Darum, dass wir meistens so schnell wie möglich von A nach B kommen wollen, doch das es so etwas wie einen „divine delay“ („göttliche Verspätung“) gibt, in die Gott uns geraten lässt. Wir glauben, wir kommen nicht schnell genug voran.

Und jetzt kommt der Kerngedanke. Hier ist was zum Nachdenken für Euch:

Manchmal geht es nicht darum, so schnell wie möglich dahin zu kommen, WO Gott uns haben möchte, sondern darum, auf der Reise so zu werden, WIE Gott uns haben möchte!

Das heißt manchmal, Umwege in Kauf zu nehmen, die man auf ersten Blick nicht versteht. Wir brauchen länger, aber es formt uns.

Ein zweiter Gedanke: Das, was vor und hinter uns liegt ist nicht so wichtig wie das, was IN uns liegt.

Das macht mich wirklich nachdenklich und motiviert mich. Und ich muss sagen, Gott begegnet mir in diesen Predigten so sehr, als würden wir zu zweit in einer Kneipe sitzen und den ganzen Abend quatschen.

2 Kommentare:

Anja Bär hat gesagt…

Ich finde es hochinteressant, dass du mit Gott in einer Kneipe sitzt - ich vermute beim Rauchopfer ;-)?
Es klingt echt gut was du da schreibst, liebe Anita. Ich habe den Eindruck, als ginge es dir momentan sehr gut und als hättest du Zeit, dir über die wirklich wichtigen Dinge im Leben Gedanken zu machen. Die beiden Gedanken, die du aufgeschrieben hast, sagen mir sehr zu und ich würde gern darüber ins Gespräch kommen. Gerade am Ende von Umwegen, wenn ich sozusagen wieder auf der Hauptstrecke bin, habe ich oft erlebt - natürlich in der Rückschau - dass Gott mich verändert hatte. In der Situation jedoch, wenn man mittendrin steckt, fühlt es sich manchmal so gottverlassen an. Es wäre cool, würde in solch einem Moment erkennbar sein, dass man auf diesem Weg nicht allein ist. Hm - Lernfeld. Und in diesen Zusammenhang hinein gehört auch der Gedanke, dass es darauf ankommt, was IN uns ist. Das klingt alles sehr schön, doch lehrt das Leben scheinbar eine andere Aussage. Meistens ist es ja doch so, dass Statussymbole wichtiger sind, als ein kluger Kopf, als Wissen und Integrität, als Weisheit und Menschenliebe. Nun, wann kommst du zum Tee oder Kaffe oder auch zum Bier und vor allem zum REDEN?!

Anita hat gesagt…

herzi,

Es scheint irgendwie ein Trick von Gott zu sein, dass wir oft nicht erkennen, wo wir stehen und wohin uns die Reise führt. Und vor allem, dass wir auf dem richtigen Weg sind, auch wenns nebelig ist.
ich wünschte manchmal, ich hätte mehr weitsicht. aber die ist uns wohl nicht vergönnt und ich schätze, dass das etwas mit vertrauen zu tun hat. naja. viele gedanken. ich komm gern auf ein bierchen vorbei. oder auch ein weinchen. musst nur noch ein wenig warten :)
aber ich freu mich schon sehr darauf